PA – 4th day

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PA – 4th day

Mittwoch, 16.11.2016

Heute war das Morgenmeeting erst für 8 Uhr angesetzt. Ich war aber schon wieder etwas früher wach und habe wieder einmal die Ruhe und die Aussicht auf der Terasse genossen.

Wir erhielten Nachricht von Cat und Liz, dass mit Bella alles in Ordnung ist, sie aber immer noch auf dem Weg nach Kapstadt sind. Erster Programmpunkt für heute war wieder einmal die Reinigung einiger Gehege und Befüllung der Wasserstellen. Danach schnitten wir noch einige Schubkarrenladungen voll mit frischem Gras ab (das hinter dem Haus extra angepflanzt wird) und legten damit Bellas Hütte und das Dach damit aus. Das Stroh wäre für ihre Augen zu gefährlich. Zusätzlich wurde ihr Gehege von allen abgestorbenen verdorrten Bäumen bereinigt. Ebenso wurden kleinere Baumstümpfe die aus dem Boden herausschauten entfernt. Liz achtete penibel darauf das es keine einzige Stelle gibt, an der sich Bella möglicherweiße ihr Auge reiben könnte.

Nach einer kurzen Pause ging es dann in die Enrichment-Garage. Hier werden unzählige vermeintliche Abfallprodukte wie Pappe, Papier, Seile und vieles vieles mehr aufbewahrt um für die Tiere eine Art Spielzeug zusammenbasteln zu können. Der Fantasie sind hierbei keine Grenzen gesetzt. Dabei gibt es auch die unterschiedlichsten Lebensmittel, verschiedenste Tierhaare und Duftstoffe die auf die Tiere äußerst interessant wirken können.

An der Wand hing auch ein kleiner Merkzettel welches Tier was am liebsten mag. Pardus scheint wohl nicht der verspielteste zu sein – und so stand hinter seinem Namen in etwa folgendes: „Sie mag überhaupt nichts – außer es hängt von oben herab.“ 😉

Inmitten der Käfiganlage gibt es ein sogenanntes Enrichment-Camp, in dem auch motorisierte Hebearme stehen, an den eben die gebastelten Dinge oder Autreifen, oder oder oder… befestigt werden können. Diese Beschäftigung der Tiere mag erstmal total sinnlos erscheinen – fördert aber die Entwicklung und ist eine rießen Abhilfe gegen Langeweile und Stress in den Käfigen.

Kurz zuvor hatten wir übrigens Raise eine aus diversen Kartonagen gebastelte Figur in das Gehege gestellt. Erst reagierte der Tiger sehr gelangweilt auf das neue Teil in seinem Gehege – dann tobte er sich aber ordentlich daran aus.

Nachdem wir also zwei Dinge zusammen gebastelt hatten ging es zur nächsten Freizeitbeschäftigung. Arbeiten kann man das ja nicht wirklich nennen. Jeder Volunteer der hier Freiwilligenarbeit leistet kann sich auf einem Baumstumpf verewigen bevor diese dann an den kleinen Wegen entlang der Touristentouren gelegt werden.

Auch hier war Kreativität gefordert. Ich hatte überhaupt keine Ahnung wie ich meinen Baumstumpf bemalten soll und wollte ehrlich gesagt auch nicht so viel Zeit damit verbringen. Bei meinem Baumstumpf war die Oberfläche bereits weiß bemalt. Ich suchte mir einen Gipsabdruck von Pardus (ja, Abdrücke der Pfoten oder Tatzen werden hier regelmäßig von jedem Tier genommen) und malte ihn ab. Daneben plazierte ich noch meinen Handabruck und das wars. Nicht gerade aufwendig oder spektakulär aber naja. Für meine Bastel-/Malkünste war es ok. It´s called: „minimalism“.

Gegen zwei Uhr dann kamen Liz und Cat mit Bella wieder zurück. Die Operation ist super verlaufen. Bella war die ganze Zeit über relativ ruhig und Liz ist überzeugt das sie nun alles richtig sehen kann – zum ersten Mal in ihrem Leben. Diese Operation wurde übrigens zum großen Anteil aus Spenden finanziert. Wir gingen alle zum Gehege und warteten gespannt. Der Veterinär war auch wieder mit vor Ort dabei.

Wir wurden kurz eingewiesen wie wir uns zu verhalten haben und der PickUp wurde in das extra freigeräumte Gehege gefahren. Liz stand hinter dem Käfig auf dem PickUp und zog langsam die Front des Käfigs nach oben. Dann war der Käfig geöffnet und es wurde hektisch hin und hergerufen wie Bella reagiert. Ich stand ebenfalls auf der gegenüberliegenden Seite und sah Bella im Käfig. Erst war sie ziemlich ruhig, dann wurde sie laut (ich meine damit richtig laut!) und brüllte und schlug mit ihren Pranken um sich. Sie bewegte sich blitzschnell und rannte nach einigen Schlägen und einem Biss in die Käfigwand nach draußen. Sie rannte durch das halbe Gehege und so konnte der PickUp das Areal sicher verlassen.

Danach herrschte wieder große Erleichterug das Bella erstmal sicher angekommen ist aber gleichzeitig großes Bangen wie es nun weiter geht. Liz beschloss das in verschiedenen Schichten Wache geschoben wird und bei jeder Kleinigekeit sofort Liz verständigt werden soll.

Danach war im Haus große Erleichterung angesagt und jeder konnte etwas freie Zeit für sich verbringen. Allerdings sollte niemand zu den Gehegen gehen um Bella nicht zusätzlich zu verunsichern. Immerhin sieht sie Menschen vermutlich zum ersten Mal. Auch wenn ihr die Stimmen von Liz und Cat bereits vertraut sind.

Dann kam von Liz eine Entwarnung. Die Schichten zur Beobachtung von Bella wurden gecancelt und wir können doch noch etwas Zeit bei den Tieren verbringen. Ich verbrachte dann bestimmt wieder gut 90 min. bei den Tieren und konnte einige Fotos schießen. Nur Pardus scheint mich weiterhin nicht sonderlich zu mögen. Allgemein hatte ich das Gefühl das alle Tiere ein wenig unruhig, nervös vielleicht sogar aggressiv sind. Ich sprach anschließen Lizeane darauf an. Und sie wollte von mir wissen wie ich darauf komme. Ich versuchte es ihr zu erklären, ob es nicht an der Aufregung des heutigen und letzten Tages wegen Bella liegen kann. Sie meinte nur, das kann gut sein, es liegt aber wohl eher daran das seit heute Morgen hinter dem Haus eine Ladung Hühnchen am auftauen ist und die Tiere das eben riechen. Sie lobte mich aber und meinte das ich das gut beobachtet habe. She likes it! Na also – ein lob von Liz! 🙂

Heute konnte ich auch mal einen Blick in den rießigen Kühlcontainer hinter dem Haus werfen. Der Anblick war naja, sagen wir nicht gerade ansprechend. Diverse Körperteile größerer Tiere oder ganze Körper kleinerer Tiere waren zu sehen.

Zudem beobachteten wir Joseph wie er die Hühnchen für die Fütterung am nächsten Tag vorbereitet und kamen so mit ihm ins Gespräch. Joseph ist eine sehr coole Socke und hier bei Panthera Africa für viele Dinge unersätzlich.

Zum Abendessen bestellten wir bei einem Lieferservice einiges an Essen und saßen mit 12 Leuten an einem Tisch. Das war eine sehr gemütliche Runde und sehr interessant. Liz und Cat hatten eine Menge zu erzählen. Unter anderem das die Tierarztklinik in der sie heute waren eine relativ gewöhnliche Praxis war. Was bei manch anderen Patienten und deren Besitzer für Verwirrung sorgte. Ich stelle mir das auch lustig vor wenn eine Dame mit ihrem Schoßhund gerade wartet und dann die Meldung kommt: „Wir sind da, und haben einen Tiger hinten auf dem Auto.“ 😉 Das spricht für die lockere aber bestimmte Art von Liz und Cat.

Nach dem Essen wurden wir von Lizaene und Cat nach draußen gebeten. Im laufe der letzten Tage bekam jeder einen Zettel auf dem er seine Wünsche für Panthera Africa notieren sollte. Ich dachte anfangs nur: omg – das wird doch nicht eine Diskussionsrunde werden. Aber nun kam es eben raus. Alle Zettel wurden in einem Umschlag gesteckt. Und eben dieser Umschlag wurde mit den besten Wünschen am Rand des Gartens vergraben. Das war schon ein bisschen seltsam – aber die spirituelle Neigung der beiden Cheffinen sprang meiner Meinung nach auf alle Anwesenden über.

Nach diesem bewegendem Moment löste sich die Tischgruppe nach und nach auf und es wurden immer weniger. Der Alkohohl dafür umso mehr und die Stimmung auch immer witziger. So ließen wir den Abend / die Nacht langsam ausklingen.

Achja, was ich fast vergessen habe: die Hunde hier sind immer wieder eine superwitzige Abwechslung. Die große Kira bettelt immer wieder darum das man mit ihr spielt, der kleine Leonardo gibt nie auf wenn es darum geht sich ein Spielzeug von Kira zu holen und manchmal ist auch ein weiterer Hund einer guten Bekannten von Lizaene und Cat anwesend. Chaos pur! 😉

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