Bitcoin, Crypto, Blockchain – äääähm was?

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Bitcoin, Crypto, Blockchain – äääähm was?

Seit gut 1-2 Jahren sind die Begriffe wie Bitcoin, Kryptowährung, Blockchain immer öfters in der Presse zu lesen. Seit 11/2017 bin ich nun auch mit dabei – aber dazu später etwas mehr.

Das prominenteste Beispiel der Kryptowährungen heißt: Bitcoin. Der Name bedeutet sinngemäß: „digitale Münze“. Das Bitcoin Netzwerk gibt es nun seit dem Jahr 2009 und wurde von Satoshi Nakamoto entwickelt, von dem man bis heute nichts genaues weiß, und man davon ausgeht, dass dieser Name nur ein Pseudonym ist.

Bitcoins liegen nicht einfach herum oder werden gedruckt – nein Bitcoins (kurz: BTC) werden geschürft. Mit schwierigen Rechenoperationen werden unter Einsatz von immenser Rechenleistung einzelne Blöcke aus einer rießigen Datenmenge errechnet. Das besondere daran: Die Menge aller verfügbaren BTCs ist von Anfang an limitiert. Es gibt insgesamt nur 21 Millionen! Aktuell sind ca. 17 Millionen geschürft worden. Dies sorgt unwiderruflich dafür, dass die Ressourcen knapper werden, und bei zunehmender Beliebtheit immer wertvoller werden. Das Mining wird hierbei immer schwieriger, da durch immer längere Rechenoperationen die sogenannte „difficulty“ stets steigen wird.

Anfangs war Bitcoin als alternative Währung zum gewöhnlichen Geldsystem gedacht. Man konnte von Anfang an alltägliche Dinge mit Bitcoins zahlen – solange BTC als Zahlungsmittel angenommen wird. Das besondere dabei: eine Transaktion dauert hierbei nur Minuten. Weltweit.

Im Jahr 2010 lag der Gegenwert von einem Bitcoin noch bei unter einem Cent. Ende 2017 stieg der Kurs bis über 20000 Dollar. Danach folgte ein schwerer Abwärtstrend, bis er sich seit 04/2018 wieder knapp unter 10000 Dollar befindet.

Für Bitcoin und viele andere Währungen gilt dabei folgendes: Man muss einen Coin nicht immer in ganzen Zahlen handeln. Bitcoin ist in Sathosi (als Hommage an den Erfinder) unterteilt. 0.00000001 BTC = ein Satoshi (SAT)

Um das ganze hier ein bisschen abzukürzen, empfehle ich eine Suche im Web oder einfach den Artikel über BTC von wikipedia.de.

Das innovative an Bitcoin ist die sogenannte Blockchain. Dies ist eine Datenkette, gespeichert in einer Datenbank,  in der alle Transaktionen gespeichert werden. Jede Transaktion wird hierbei kryptographisch verschlüsselt und baut auf die vorhergehende Transaktion auf und bestätigt zugeleich die Echtheit der Transaktion. Sie enthält einen Zeitstempel und einen eindeutigen Hashwert mit diesem jede einzelne Transaktion nachverfolgt werden kann.

Die Blockchain sorgt also dafür, dass keine Manipulation, Fälschung oder das Löschen von einzelnen Buchungen möglich ist – ohne nicht alle nachkommenden Transaktionen ebenfalls zu zerstören.

Um an einem auf Blockchain basierenden System teilzunehmen, braucht es eine Zugangssoftware. Diese Software, die sogenannte Wallet, basiert auf einem Schlüsselpaar, bestehend aus einem privaten und einem öffentlichen Schlüssel. Der öffentliche Schlüssel ist für jeden sichtbar. Der private Schlüssel ist geheim und vergleichbar mit einem Passwort. Jede Transaktion oder Bewegung innerhalb der Blockchain wird mit Hilfe des privaten Schlüssels signiert. Ohne Signatur ist die Transaktion ungültig. Da das Schlüsselpaar auf einer asymmetrischen Verschlüsselung basiert, ist es unmöglich durch den öffentlichen Schlüssel den privaten Schlüssel zu errechnen.

Die Anwendungsgebiete eines Systems welches auf einer Blockchain beruht sind nahezu unbegrenzt. Musikindustrie, Autoindustrie, Bankensysteme, Wahlsysteme, Medzinbranche oder bei Versicherungen – überall kann die Blockchain für entscheidendes Vertrauen sorgen.

Die Dezentralisierung ist der Schlüssel. Keine Person kontrolliert den Betrieb von Bitcoin; Jeder kann gleichberechtigt auf Peer-to-Peer-Basis teilnehmen. Das System verwendet ein verteiltes Netzwerk von Knoten, um Transaktionen zu verifizieren, die in einem offenen Hauptbuch öffentlich sichtbar sind.

Die grundlegene Regulierung von Kryptowährungen seitens Staaten ist bestimmt keine schlechte Sache. Aber auf Grund der Dezentralisierung kann diese nie vollständig angewendet – und Kryptowährungen nie vollständig kontrolliert werden.

 

Neben BTC gibt es mittlerweile viele hundert weitere „Kryptowährungen“. Einige zielen von Anfang an darauf ab die Schwächen von Bitcoin abzulegen und die Sicherheit, Anonymitität, Transaktionsgeschwindigkeit oder andere Dinge zu erhöhen.

Andere Cryptos wiederum wollen nie eine Währung sein, sondern ein Ökosystem für Kryptowährungen darstellen, Verbindungen zwischen den Cryptos schaffen, digitale Währungen mit dem Bankensystem verknüpfen oder zielen auf tatsächlich praktische Anwendungsbereiche ab. Nahezu für jede Branche die man sich vorstellen kann, gibt es mittlerweile einen „Coin“ der sich auf dieses Anwendungsgebiet spezialisieren will. Prominentes Beispiel ist hierbei IOTA. Eine Organisation mit Sitz in Deutschland, verwendet keine klassische Blockchain, sondern verwendet ein sogenanntes Tangle-System. Die Einheit mit dem Namen IOTA ist hierbei in MIOTA aufgeteilt. Ein IOTA sind eine Million MIOTA. Dieses Konzept ziehlt auf ein Bezahlsystem ab, in dem Maschinen andere Maschinen für Leistungen bezahlen können. Ein einfaches(!) Praktisches Beispiel: Ein Auto parkt vor einer Parkuhr und bezahlt selbständig – ohne menschliches zutun. Namenhafte Partner von IOTA sind mittlerweile Firmen wie Porsche und Fujitsu.

Auf dieser Seite gibt es einen Überblick über aktuelle Währungen – sortiert nach aktueller Marktkapitalisierung.

Der Weg zu Kryptowährungen führt meist über Börsen, sogenannte „Exchanges„. Zuerst benötigt man einen Anbieter der tatsächliches FIAT-Geld (gewöhnliche Geldwährungen wie Dollar oder Euro) in eine der großen Kryptowährungen umtauscht. Für diesen Tausch benötigt man je nach nach rechtlicher Lage des eigenen Herkunftslandes oder des Firmensitzes der jeweiligen Börse, eine Validierung der eigenen Persönlichkeit. D.h. man muss seine eigene Identität mit einem Dokument nachweisen. Erst dann kann man über diesen Exchanger auch wieder zurück von Crypto nach FIAT tauschen.

Auf den eigentlichen Exchanges können dann, je nach Größe und Angebot der jeweiligen Seite, die einzelnen Cryptos gegen ein geeignetes Tauschpaar gekauft oder verkauft werden. Meist führt der Weg somit über einen Kauf von BTC bei z.B. bitpanda.com, von dort überweist man die BTC zu seinem exchange (z.b. Bittrex) und kann diese BTC in andere Währungen tauschen.

Sollte man die Absicht haben, seine jeweilige Währung langfristig einfach nur halten zu wollen, sollte tunlichst vermieden werden, seine Coins auf einem Exchange liegen zu lassen. Auf Grund der Menge an Kapital welches dort gelagert wird, sind diese Seiten stehts im Visier von Hackern. Auch kann eine Gesetzesänderung im jeweiligen Land eine Börse einfach mal schließen lassen (auch wenn es nur vorübergehend ist).

Statt dessen sollte man sogenannte Wallets nutzen. Wallets sind mit einem gewöhnlichen Tresor zu vergleichen. Nur wer den Zugangscode hat, kann an das Innenliegende herankommen. Es gibt Softwarewallets die installiert werden müssen, Wallets als App für Smartphone, Paperwallets auf denen der private und publicKey auf einem Blatt Papier aufgedruckt ist und Hardwarewallets die wie ein USB-Stick funktionieren.

Das faszinierende daran (zumindest war es bei mir am Anfang so) ist die Tatsache das die Überweisung immer auf dem gleichen Weg erfolgt. Einfach die Empfängeradresse (PublicKey)  eingeben und abschicken. Durch die Blockchain ist die Transaktion für immer gespeichert – selbst wenn man nur einen Zettel in der Hand hält auf dem folgendes steht: 1DcmZk3WyciHr1vh4ubqAYhsafRanCXfRV. Es gibt öffentliche Webseiten auf denen jede Transaktion verfolgt oder nachverfolgt werden kann. Für Bitcoin ist dies blockchain.info.

Zu Kryptowährungen oder Alternativen zum aktuellen Geldsystem kann man stehen wie man will. Die einen verteufeln BTC als virtuelles Geld und die kommende Tulpen-Blase oder als digitales Etwas ohne realem Gegenwert. Die Anhänger sehen darin eine Change zur Unabhängigkeit gegenüber den Banken, die Chance viel Geld zu verdienen oder das kommende Währungssystem. Einige Stimmen sprechen sogar von „digitalem Gold„.

Gerade Ende letzen Jahres waren die Negativschlagzeilen überall zu lesen. So ziemlich alle große Banken und Investoren wetterten gegen Bitcoin & Co. Mittlerweile, im März 2018 kommen immer öfters Nachrichten ans Licht, dass eben genau diese großen Finanzhäuser und Investoren (z.B. J.P. Morgan) nun rießige Summen in Crypto investiert haben oder noch dieses Jahr investieren wollen.

Um eine persöhnliche Note mit einzubringen: Der Wert von BTC bemisst sich meiner Meinung nach an der wachsenden Akzeptanz und am Glauben daran. Gewöhnlich hört man immer, dass das FIAT Geld einem realem Gegenwert entspricht und sich dahinter reale Arbeitsleistung verbirgt. Und es gibt einen Staat, eine Bank oder eine Person die dafür haftet.

Aber: ist es denn wirklich so? Der Wert eines 10€ Scheins ergibt sich doch auch nur an dem Glauben daran, dass dieser Schein 10€ Wert ist weil es darauf steht und es mal jemand gesagt hat. Dabei ist es doch tatsächlich so, dass das gesamte Geldsystem nur am Leben erhalten wird, in dem nur noch mehr Zettel mit Zahlen gedruckt werden, die dann einen bestimmten Wert haben. Zudem gibt es x-Mal mehr Schulden als echten Gegenwert des Geldes.

Gerade die Entwertung des Geldes, die Haftung der Bürger für die Banken, die Einschränkungen der Bürger in Persönlichkeitsrechte was Konten betrifft, immer höhere Kosten für Konten und immer niedrigere Zinsen werden langfristig immer mehr Menschen zu Kryptowährungen treiben.

Bild 1,2 @ pixabay.com/de/
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