HH - wie alles begann
part3

HH – wie alles begann – part3

HH – wie alles begann – part3 1080 607 vagabunt.me

Mein drittes Mal Hamburg ist einfach nur als crazy einzuordnen. Hier muss ich etwas ausholen, und verweise zugleich auf einen weiteren Beitrag: Halbmarathon – verrückteste Aktion ever! Seit 3 Jahren habe ich mir gemeinsam mit einer guten Freundin vorgenommen bei einem Halbmarathon mit zu laufen. 2015 sah es endlich so aus, als ob wir beide daran teilnehmen können.

Nunja, der Termin des Halbmarathons war Sonntag, 13.09. 10 Uhr. Einige Wochen nach meiner Anmeldung ist mir aufgefallen das sich dieses Datum mit einem anderen Vorhaben ordentlich überschneidet. Hamburg BluePort: 11.-13.09.! Da diese nur alle 2 Jahre stattfinden, wollte ich dieses Jahr auf jeden Fall hin. All die schönen Fotos vom blau beleuchteten Hafen – das musste ich live sehen.

Also, was tun? Natürlich auf nichts verzichten und streng nach meiner Art irgendwie Beides unter einen Hut bekommen. Ich plante diesen Hamburg Besuch ein wenig durch. Erhielt sehr gute Ratschläge, Tipps und Tricks von den beiden Bekannten bei denen wir damals in Wilhelmsburg untergekommen sind. Leider wohnen die Beiden dort nicht mehr, da Sie aus beruflichen Gründen in den Schwarzwald gezogen sind.

Erneut ICE Spartickets gebucht. Hostel oder andere Unterkunft? Nope – diesmal nicht 😉 Abends am 09.09. fuhr ich nur mit einem Rucksack, einer dickeren Jacke, und mobilen Akkus fürs Handy nach Hamburg. Auf dem Weg dorthin hab ich ein sehr zu empfehlenswertes Buch gelesen: “Gebrauchsanweisung für Hamburg”. Irgendwann nachts bin ich dann in Hamburg angekommen.

Sofort machte ich mich zu Fuß auf dem Weg zum Elbstrand /Strandperle. Es war schon ein bisschen komisch. Regenwetter, stockdunkel und ich laufe alleine mitten in der Nacht durch kleine gemütliche Parkanlagen immer an der Elbe parallel zur Elbchausee entlang. Immer im Blick die Hafenkräne – blau beleuchtet. Wunderschön! An diesem kleinen Hafenmuseum ging es dann immer den kleinen Weg entlang weiter zur Strandperle. Dort angekommen fällt der Blick direkt quer über das Wasser auf die gegenüberliegenden Hafenkräne. Im Sommer geht hier wohl ordentlich die Post ab. An diesem Abend bzw. Nacht waren neben mir nur noch zwei weitere Typen da. Ich bin allerdings sofort mit Ihnen ins Gespräch gekommen und konnte mir ein Astra schnorren 😉 Als diese Beiden dann gingen, schnappte ich mir einen Strandstuhl und setzte mich direkt vor zum Wasser. Ein herrliches Gefühl und ein beeindruckender Ausblick. Beeindruckt wie ein kleines Kind war hierbei von folgendem: die Wellen vorbeifahrender Schiffe laufen erst Minuten später am Strand auf.

schlechte Qualität - da nur Handykamera on Board: BluePort - Elbstrand bei Nacht

Da ich einen straffen Zeitplan hatte und den Sonnenaufgang am Aussichtspunkt bei den Landungsbrücken sehen wollte, lief ich langsam wieder zurück und bestieg auf dem Weg nochmals das Dockland um von hier oben den blau bleuchteten Hafen in aller Ruhe betrachten zu können. An den Landungsbrücken angekommen legte ich erstmal eine Pause beim bereits geöffneten Kiosk ein, um mich mit meiner Ration Kaffee einzudecken. Ein total surreales Erlebnis. Ich als einziger Touri, umgeben von Menschen die mit den Fährschiffen zur Arbeit fuhren. Viele von Ihnen deckten sich dabei ebenfalls mit Getränken oder Snacks vom Kiosk ein. Ich würde fast sagen: das war einer der schönsten Ort in denen ich Kaffee getrunken habe, da auch an den Landungsbrücken alles im blauen Licht gefangen war.

Der Sonnenaufgang am Aussichtspunkt war dann leider nicht soooo berauschend, da die Wolkensuppe die Sicht ordentlich versperrte. Und trotzdem blieb ich dort einige Zeit und beobachtete das nächtliche Treiben auf den Straßen. Dieser Ort ist wegen seinem tollen Ausblick schon jetzt mein Lieblingsort in Hamburg.

Ab diesem Zeitpunkt tingelte ich quer durch Hamburgs Stadtteile. Mittlerweile bin ich auch schon ein kleiner S-Bahn und U-Bahn Profi in Hamburg geworden. Ich verbrachte viel Zeit an der Außen- und Innenalster. Nachmittags machte ich es mir bei herrlichem Sonnenschein vor dem Schellfischposten gemütlich und genoss ein kühles Astra.

Nach dieser Stärkung machte ich mich auf Richtung BluePort Meile und besuchte zum ersten Mal die wohl coolste Strandbar: Strandpauli. Hammer!

Was für eine Location. Genau mein Fall. I love it! Perfektes Flair. Alternativ geprägt, im rustikalen Stil aber sehr gemütlich eingerichtet. Da kann man schon mal einen Kaffee oder ein Bier in der Sonne genießen und nebenbei seinen Blick über die Elbe schweifen lassen. Und genau weil ich mich hier so wohl fühlte, bin ich im laufe des Tages noch einmal auf ein gemütliches Bierchen eingekehrt.

Einige Zeit später lief ich dann durch die BluePort Meile – was ich als ziemlich enttäuschend und für zu Touri-Like empfand. Aber gut, was sollte man auch erwarten, und deshlab war ich auch nicht hier. Und genau deswegen schlängelte ich mich relativ schnell Richtung Hafen City durch und machte es mir hier und dort ein bisschen gemütlich.

Bei diesem Hamburg Besuch drehte ich auch wieder eine Runde an der Sternschanze ehe ich mich auf dem Weg zum Fernsehturm machte. Im Park `Planten un Blomen` findet regelmäßig ein Wasser-Licht-Konzert statt. Ein Mix aus Wasserfontänen, Lichtspiel und Musik – und das alles  aufeinander abgestimmt. Als ich dort angekommen war merkte ich das diese Attraktion wohl sehr beliebt sein muss. Viele Menschen hatten es sich bereits auf den Wiesen gemütlich gemacht. Die Show ging dann ca. 30min. – und abermals muss ich sagen: sehr sehenswert! Die Musik zwar nicht wirklich mein Fall, aber das Gesamtpaket fand ich äußerst beeindruckend.

Nach dieser Vorstellung ging es wieder zurück Richtung Aussichtspunkt /Landungsbrücken und beobachtete das Treiben und Geschehen rund um die Feierlichkeiten des `Hamburg Blue Port`. Ein kleines Highlight war hier das Auslaufen eines Kreuzfahrtschiffs welches von einem Feuerwerk und einer Schiffskolonne begleitet wurde. Die ganze Zeit über stand ich im regelmäßigen Austausch mit den beiden Bekannten aus dem Schwarzwald. Diese fanden meinen Trip und meine Zwischenmeldungen äußerst unterhaltsam und wollten schon das NDR für eine Reportage rufen. (ääääähm, warum eigentlich? *chrchrchr*)

Nachts führte es mich nochmals zur Reeperbahn und nach einiger Zeit fuhr ich mit der U-Bahn Richtung Bahnhof. Mein Zug ging (ich glaube mich zu erinnern) um 4.30 Uhr. Ich war allerdings bereits schon um ca. 3 Uhr am Bahnhof. Heilfroh endlich mal wieder in Ruhe irgendwo sitzen zu können. Meine Füße schmerzten einfach nur noch. Das Auftreten mit den Fersen war nur noch bedingt möglich und ich humpelte mehr als ich lief. Am Bahnsteig wartete ich dann im nasskalten auf meinen Zug. Seit mehr als 24 Std. ohne Schlaf! Etliche Kilometer zu Fuß unterwegs gewesen. Ich war einfach nur noch im Arsch! Auf der Heimfahrt wollte ich eigentlich gemütlich schlafen, was mir aber auf Grund eines völlig überfüllten Zuges und etlichen Kleinkindern nicht gegönnt wurde. Durch typische Probleme der Deutschen Bahn verpasste ich dann auch noch meinen Anschlusszug und kam um einiges verspätet wieder in Augsburg an.

In meiner Wohnung angekommen zog ich erstmal meine Schuhe aus und die volle Pracht meiner gelaufener Blasen und ein geschwollener Fuß kam zum Vorschein. Na Toll, das kann was werden.

Wir erinnern uns: am nächsten Tag -> Halbmarathon 🙂

Auf meinem Balkon ließ ich die Ereignisse bei einem kühlen Bierchen nochmals Revue passieren. Auch wenn ich alleine unterwegs war – es war ein Hammer Erlebnis! Mir war niemals langweilig und fühlte mich keineswegs einsam. Einfach herrlich! Gerade wenn man irgendwo alleine unterwegs ist, hat man meiner Meinung nach noch mehr Augen für kleinere Dinge die Abseits vom Trouble der Massen stattfinden.

Wie gerne hätte ich Hamburg in diesem Sommer kennengelernt! Aber leider war das auf Grund eines Jobwechsels im Juli nicht möglich. Naja, der nächste Sommer kommt!

Seit diesem Trip bin ich auf jeden Fall total vernarrt in Hamburg. Ich habe noch mehr FB Seiten geliked die sich mit Hamburg beschäftigen. Noch mehr Bilder auf meinem PC und TV ausgetauscht und viele Hamburg Bilder hinzugefügt. Und seitdem ich das neue Album von Enno Bunger mein Eigen nennen kann, und ich darauf den Song “Hamburg” zum ersten Mal hörte, läuft dieser täglich rauf und runter. Ich kann nun nachempfinden wie sich meine damalige Freundin gefühlt haben muss, die ganze Zeit über so sehr von Hamburg zu schwärmen.

Seitdem mache ich mir ernsthafte Gedanken darüber, dass ich……… aber hierzu ein anderes Mal mehr.

Wow, was für ein rießen Text! Aber ich muss sagen, die Finger tippten einfach nur noch vor sich hin. Und während ich diese Zeilen geschrieben habe, musste ich öfters grinsen und versank in wunderschönen Erinnerungen. Die Planung für den nächsten Besuch in Hamburg schwirrte bereits im Kopf herum.

(leider hatte ich bei diesem Trip keine Kamera zur Verfügung – deshalb gibt es qualitativ eher schlechte Bilder)

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