Plettenbergs Bay und zu Besuch auf einer Straußenfarm

Plettenbergs Bay und zu Besuch auf einer Straußenfarm 1080 607 vagabunt.me

Plettenbergs Bay und zu Besuch auf einer Straußenfarm

Montag, 07.11.2016

Aufgestanden bin ich mal wieder recht früh, ehe es nach einer kurzen Dusche zum Frühstück ging. Danach machte ich mich sofort auf den Weg um mir nochmals Plett bei herrlichem Sonnenschein anzusehen. Ich hielt mich einige Zeit am Lookout Strand auf, an dem um diese Uhrzeit aber noch recht wenig los war. Danach fuhr ich durch den Ort immer an der Küste entlang und blieb nochmals an ein paar Stellen stehen um das schöne Wetter und die Aussicht zu genießen! Herrlich.

Ich lies mein Auto nochmals volltanken (jaaaa, das machen die hier in Südafrika noch mit Service) und es ging ab auf die N2 Richtung Oudtshoorn. Eine Fahrt von ca. 3 Stunden zog sich durch sehenswerte Landschaften und ohne größere Vorkommnisse. In Oudtshoorn angekommen besuchte ich eine große ShoppingMal und genehmigte mir ein Eis. Drei Kugeln in der Waffel bitte. Tja, hätte ich vorher gewusst das ich für dieses Eis dann schon fast einen Waffenschein brauche hätte ich mich nur für eine Kugel entschieden. Die Kugeln waren definitiv 3x so groß wie eine Kugel in Deutschland. 😉 Während ich am Eisschlecken war, studierte ich nochmals die Karten und die etwas dürftig ausgefallene Wegbeschreibung von Dario wie ihre Farm zu finden ist.

Außerhalb von Oudtshoorn bog ich nach ca. 15 km nach rechts Richtung Lategansvlei ab, und landete auf einer Schotterpiste im dürftigen Zustand. Diese galt es nun weitere 15 km entlang zu fahren. Das arme Mietauto, dachte ich mir – obwohl ich wirklich behutsam fuhr. Einige Male wurde ich von Autos überholt die bestimmt doppelt so schnell wie ich unterwegs waren. Die Landschaft  hatte sich bereits Richtung Oudtshoorn deutlich geändert. Vom saftigen grün ging es nun in eine trockenere steppenhafte Gegend und ich hatte wirklich das Gefühl ich fahre auf den Arsch der Welt zu. Nach einiger Zeit kam dann ein kurzes Hinweisschild mit den Namen Carmen u. Dario. Ich folgte dem Weg nach rechts und nach 3 km mit Schlaglöchern durchzogener Schotterpiste war ich an meinem Ziel angekommen.

Die Begrüßung von Carmen und Dario war sehr herzlich. Neben mir waren noch 2 weitere Pärchen gerade angekommen. Alles Leute aus Deutschland, die Dario teilweise schon länger kennen und zum Teil in PortElizabeth leben. Ich bekam sofort ein gutes Windhoeck Bier und… Dario holte sofort die Fahne des 1. FC Köln hervor und hisste diese direkt auf der Terasse. 🙂

Tja, wie ich auf diese Farm gekommen bin ist schnell erklärt. Zwei Kumpels waren vor ca. 2 Monaten ebenfalls in Südafrika, unter anderem eben auch bei diesen beiden auf der Ranch und wahren davon total begeistert. Daher wusste Dario auch das ich Fan des 1. FC Köln bin – er diesen Verein aber auch sympathisch findet. Er hat von ziemlich jedem Verein eine Fahne die er je nach Gast und Mannschaft hisst. Abgesehen von Bayern Fans! 😉 Ich hätte mich sogar dazu herabgelassen eine FCA Fahne eines Kumpels mitzunehmen, aber dieser hat es bis zum Abflug nicht auf die Reihe bekommen.^^

Darios Vater hatte bereits in Deutschland eine Straußenfarm, und irgendwann enstand Darios Wunsch nach Südafrika auszuwandern und ebenfalls eine Straußenzuchtfarm in DEM Straußengebiet der Welt aufzubauen: In und um Oudtshoorn.

Nach kurzer Plauderrunde ging es mit dem Abendprogramm auch schon los. Wir fuhren alle mit dem PickUp Richtung Straußengehege und Dario erzählt uns dann gut eine Stunde lang etwas über seine Geschichte, die Farm und natürlich auch über die Strauße. Seit der Vogelgrippe, in der wohl nachweislich mit der Schlachtung übertrieben wurde, ist das Geschäft tot. Einst konnte man mit dem Fleisch, der Lederhaut und den Federn gutes Geld verdienen. Aktuell lohnt sich nichtmal der Verkauf eines ausgewachsenen Tieres. So halten sich Carmen und Dario aber weiterhin mit ihren Übernachtungsmöglichkeiten über Wasser.

Der Strauß an sich, ist kein wirklich intelligentes Tier. Kein Wunder bei 40g Gehirnmasse… Das ist einer der Gründe warum ein Strauß (typisch auch für ein Fluchttier) vor allen Dingen Angst hat die er nicht kennt. Da er zudem ein schlechtes Langzeitgedächtnis aufweist bringt das Gewisse Schwierigkeiten mit sich. 😉

Ein Straußenei ist in der Masse etwa soviel wie 24 Hühnereier, und man kann sich bedenkenlos darauf stellen ohne das etwas passiert. Geöffnet werden diese mit der Bohrmaschine. Ein Strauß kann bis zu 70 km/h – und das für längere Zeit – rennen. Seine Füße sind seine Waffen, und können sogar einen Menschen mit nur einem Tritt töten. Er besitzt zwei Zehen, der große davon wird unter Kennern nur als Messer bezeichnet, da diese ebenso scharf und gefährlich sind. Vor einger Zeit ist wohl ein Unfall bei Dario passiert. Ein Typ meinte einen Strauß, der gerade sein Nest behütete, provozieren zu müssen, bis der Strauß ihm den kompletten Magen aufgerissen hat. Soviel dazu.

Der Vortrag von Dario war echt sehr interessant und ich habe wirklich vieles gelernt. Man merkt in jedem Wort von Dario, dass das für nicht nur ein Geschäft ist – sondern seine Berufung, Leidenschaft, Liebe. Er besitzt auch wertvolle Zuchttiere und Kamerateams aus Deutschland waren bereits bei ihm und haben Dokus und Werbespots gedreht.

Wer also mal in der Gegend unterwegs ist: eine klare Empfehlung! Hier noch die offizielle Homepage.

Danach ging es direkt in das Gehege und wir sollten die Strauße füttern. Jedoch waren zeitgleich Filmaufnahmen mit einer Drohne geplant, welche ein Kumpel von Dario steuerte, und somit die Strauße komplett verschreckte. Also beschlossen wir es später noch einmal zu versuchen und es ging weiter…

zum Stadion An der alten Försterei 2. Richtig gelesen. Irgendwo im Nirgendwo hat Dario ein kleines Projekt ins Leben gerufen und einen Fußballplatz mit Tribüne und Flutlicht hingestellt. Er ist absolut großer Fan von FC Union Berlin. Und bekommt durch Kontakte mit dem Verein auch regelmäßig Gelder aus Berlin um sein Stadion am Leben erhalten zu können. Das ist schon zu crazy – macht aber genau das an Dario aus! Das Projekt ist aber nicht nur ein Fun-Projekt! Dario unterstützt mit diesem Stadion einheimische Kinder und Jugendliche – eine tolle Sache!

Auf dem Rückweg hielten wir nochmals bei den Straußen an, welche sich dieses Mal auch füttern ließen. Dabei gehen diese nicht fliegenden Vögel ziemlich rabiat vor und man muss auf seine Finger schon gut aufpassen.

Nach der Fütterung setzten wir uns alle gemütlich auf die Terasse und Dario schmiss den Grill an. Das Essen war köstlich. Es gab natürlich Straußenfleisch! Mit Beilagen, Salat und natürlich Bier. 🙂

Zeit für spezielle Fotos war auch noch vorhanden… sorry, aber das musste sein! 🙂

Danach wollte Dario und der Kumpel mit der Drohne nochmals zum Stadion fahren um Aufnahmen bei Flutlicht zu machen. Ich schnappte mir ein Bier und setzte mich kurzerhand auf die Pritsche des PickUp – und ab ging es.

Vor Ort ein skurriles Bild – nachdem die Flutlichter an waren und die Drohne startetet. Mitten in Afrika. Mitten in der Pampa. Verrückt! Dario holte noch einen Fußball hervor und wir bolzten ein bisschen hin und her. Nach ca. 20min. kam der Rest der Truppe doch noch nachgefahren, und es entwickelte sich ein ziemlich kurioser und sehr witziger Fußballkick. Was für eine Schau! 😉

kickin in the dark

Wieder zurück, ließen wir den Abend gemütlich ausklingen, bevor nacheinander jeder für sich ins Bett ging. Ich wollte die Zeit noch etwas nutzen und versuchte dieses absolut klaren Sternenhimmel ohne störende Lichtquellen zu fotografieren. Hat auch einigermaßen geklappt… na, wer erkennt mein Lieblingssternbild Orion?

Hinterlasse eine Antwort

    Name (required)

    Email (required)

    Betreff (required)

    Nachricht (required)

    Website